Sie haben jedes Foto von mir abgehängt
Bernd war jahrelang als Fechter tätig und trainierte Sportler an einem Olympiastützpunkt. Dann kamen zwei Kollegen zu ihm nach Hause und erklärten ihm, unter welcher Bedingung er seine Stelle behalten durfte. Er lehnte ab. Schon am nächsten Tag, so berichtet er, waren seine Fotos aus dem Stützpunkt entfernt worden – und seine berufliche Zukunft in diesem Sport schien ihm verbaut.
- NAME
- BERND
- TÄTIGKEIT
- FECHTTRAINER UND STELLVERTRETENDER LEITER EINES OLYMPIASTÜTZPUNKTS
„ICH SELBST DURFTE IM SPORT NICHT MEHR ARBEITEN.“
DIE VOLLSTÄNDIGE
MITSCHRIFT LESEN
Mein Name ist Bernd. Ich bin seit 31 Jahren Scientologe. Und in der Zeit bevor ich Scientologe war, war ich Sportler, im speziellen Fechter. Ich war stellvertretender Leiter am Olympiastützpunkt in Tauberbischofsheim.
Das waren die Absolventen damals, die mit mir im Fechten diese Ausbildung zum Diplomtrainer gemacht haben. Diese ganze Sache wurde dann jäh gestoppt, als zwei Angestellte des Fechtclubs zu uns nach Hause kamen und mir gesagt haben, ich könnte meinen Job gerne behalten, aber ich müsste sagen, dass Scientology ein Fehler war. Und dazu war ich nicht bereit. Und da ich nicht dazu bereit war, habe ich gesagt: „Okay, Sie können jetzt gehen. Ich werde das nicht machen.“ Und dann musste ich natürlich meinen Job aufgeben.
Die Bilder, die es von mir gab in diesem Fechtzentrum, mussten dann am Tag nach meinem Rauswurf alle entfernt werden. Letzten Endes war es natürlich für uns eine sehr krasse Situation, denn in Tauberbischofsheim wurden sämtliche staatlichen Stellen, also Finanzamt, Landratsamt, Schulen, sie wurden alle zwei Wochen lang indoktriniert von sogenannten Sektenexperten, die nichts als Lügen verbreitet haben über das, was ich angeblich gemacht hätte oder aber was Scientology wäre. Eigentlich haben sie die Daten oder die Informationen bekommen vom Verfassungsschutz und es wurde einfach eine Lügenkampagne gegen uns dort gestartet. Das heißt, wir konnten eigentlich nirgendwo mehr hingehen, ohne dass Leute über uns getuschelt hätten oder aber plötzlich eine totale Ruhe eingetreten ist, weil niemand mehr mit uns reden wollte. Die Freunde, die wir hatten, haben sich dann letzten Endes zurückgezogen, weil ihnen wurde angedroht, sie würden sofort ihren Job verlieren, und im Fechtzentrum haben 70 Leute gearbeitet, hauptberuflich und es waren ungefähr 500 Sportler. Und denen wurde verboten, mit mir oder über das Thema Scientology überhaupt zu reden oder aber sie würden den Job verlieren.
Ich selbst durfte im Sport nicht mehr arbeiten, weil im Sport musste man dann nach meinem Rauswurf unterschreiben, dass man nicht Scientologe ist, dass man nicht mit Scientologen in Kontakt ist oder aber mit denen überhaupt redet. Also so was ist undenkbar, und das über den Zeitraum von 30 Jahren. Ich denke daran, dass ich dem Sport sehr viel Nutzen gebracht hätte, mit meinem Wissen, das ich hatte und immer noch habe. Aber es war einfach unmöglich wieder im Sport Fuß zu fassen und da weiterhin das umzusetzen, was ich wusste und weshalb ich eigentlich diese ganze Ausbildung gemacht habe.
DIE AKTE
Fast dreißig Jahre Regierungsakten, nachrichtendienstliche Berichte, Gerichtsurteile und amtliche Aufzeichnungen.
DIE AKTE ÖFFNEN SIEHE AUCHDAS BUCH
Mehr als 400 Seiten. Regierungsakten aus mehreren Jahrzehnten. Eine außergewöhnliche Akte.
DAS BUCH ENTDECKEN SIEHE AUCHDER MENSCHLICHE PREIS
Eine fortlaufend erweiterte Sammlung von Hunderten Berichten aus erster Hand.
GESCHICHTEN ENTDECKEN