Sie wollten unsere Familie auseinanderreißen
Eines Tages kam Gudruns Mann unerwartet nach Hause und erzählte ihr, dass er seine Arbeit verloren hatte. Schon bald drohten ihre eigenen Eltern damit, ihnen die Kinder wegnehmen zu lassen. Dann wurden sie vor einem geheimen Familientreffen gewarnt – und vor einem Plan, den Gudrun kaum glauben konnte.
- NAME
- GUDRUN
- TÄTIGKEIT
- LEHRERIN UND INTERNATSBETREUERIN
„ES GAB ALSO VON HEUTE AUF MORGEN NIEMANDEN MEHR, DER DIE KINDER BETREUT HAT.“
DIE VOLLSTÄNDIGE
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Mein Name ist Gudrun. Ich bin in einer Familie aufgewachsen – meine Mutter war Hausfrau, hat uns Kinder betreut. Mein Vater war Postbeamter.
Ich arbeitete als Lehrerin fast 40 Jahre lang im Staatsdienst. Und wurde im Rahmen dieser Tätigkeit abgeordnet an ein Sportinternat, wo ich dann sieben Jahre lang die sozial-pädagogische Betreuung übernommen habe. Damit hab ich auch meinen Mann unterstützt, denn er war der Trainer dieser Kinder und Jugendlichen. Und eines Tages kommt mein Mann nach Hause. Und ich sag: „Warum kommst du schon? Warum bist du schon da?“ Er sagt: „Ich bin jetzt für immer da.“ Ich war erstaunt und sagte: „Warum denn? Machst du Witze?“ „Nein, die haben mich jetzt rausgeworfen.“ „Ja, warum haben die dich rausgeworfen?“ „Ja, irgendjemand hat ihnen gesagt, dass ich jetzt bei Scientology wäre und das wäre untragbar, und ich kann jetzt entweder meinen Schlüssel hier hinlegen und gehen oder ich unterschreibe, dass ich nichts mehr mit Scientology zu tun habe. Und dann hab ich meinen Schlüssel hingelegt und bin gegangen.“ Die Eltern von diesen Internatsschülern, die wurden auch informiert, dass ich jetzt hier nicht mehr betreuen dürfte. Es gab also von heute auf morgen niemanden mehr, der die Kinder betreut hat. Und ich dachte wirklich, es ist ein schlechter Traum.
Und in diesem Zeitraum kam auch noch dazu, dass meine Eltern – oder unsere beiden Eltern – uns bedroht haben, uns die Kinder wegnehmen zu lassen durchs Jugendamt, weil wir ja gefährliche Eltern seien. Was sich in diesen neun Monaten noch ereignet hat, war, dass ich einen Anruf bekam von meinem Schwager: „Ich wollte dich nur kurz informieren, deine Eltern planen ein Familientreffen, in dem besprochen wird, wie wir weiter mit euch verfahren, beziehungsweise wie mit euch verfahren wird von Seiten deiner Eltern. Sie planen nämlich ein Deprogrammierungsprogramm zu kaufen von einer ehemaligen Scientologin.“ Ich hab meinen Schwager dann gefragt, was das denn bedeutet, „Deprogrammieren“. Dann hat er gesagt: „Ja, man wird dann abgeholt, von wem auch immer, Eltern mit Kindern, wird in den Schwarzwald transportiert, in eine Hütte. Und dort werden Dinge mit einem gemacht, die dann diese Gehirnwäsche, die wir erhalten hätten in Scientology, rückgängig machen.“ Ich hätte das absolut nicht für möglich gehalten, das man in so eine Lage gerät als ganz normaler Mensch, der zur Arbeit geht, seine Kinder nach bestem Wissen und Gewissen großzieht, seine Steuern bezahlt, einfach ein glückliches Leben führt – und dann kommen solche Dinge, nur weil man sich verbessern möchte. Und es war einfach für mich völlig unverständlich, dass so ein Schlag in unser Leben kommt und mit einem Ruck uns alles kaputtmachen will. Und dann sind wir einfach mal ausgewandert.
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