DER MENSCHLICHE PREIS
MAINZ, DEUTSCHLAND

Ich wurde meiner Freiheit beraubt

Hans-Dieter hat über Jahrzehnte seinen Friseurbetrieb in Mainz aufgebaut. Dann wurden ihm die Bankkonten gekündigt, Lieferanten zogen sich zurück und Kunden blieben aus. Er beschreibt die Folgen als einen finanziellen Zusammenbruch – durch den er sich klein, machtlos und seiner Freiheit beraubt fühlte.

NAME
HANS-DIETER
TÄTIGKEIT
FRISEURMEISTER UND SALONINHABER
Die Gehirnwäsche einer Nation: Deutschlands Akte Scientology, von Peter Schulte

LESEN SIE DAS BUCH.

Seit Jahrzehnten ist kaum ein Thema in Deutschland so umstritten.

Gegen sie wurde ermittelt. Debatten im Parlament. Beobachtung durch Nachrichtendienste. Gegenstand von Regierungswarnungen, Gerichtsverfahren und zahllosen Schlagzeilen.

Doch hinter all dem gab es noch eine andere Akte – die der Regierung selbst.

„ICH HABE TATSÄCHLICH EINEN FINANZIELLEN ZUSAMMENBRUCH ERLEBT.“

– HANS-DIETER

DIE VOLLSTÄNDIGE
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Ich bin Hans-Dieter und bin in Saarbrücken geboren worden. Mit acht Jahren zog ich nach Mainz.

Und ich habe dort die Ausbildung als Friseur gemacht und als Friseurmeister. Und ich bin seit 25 Jahren selbstständig. Und ich mache meinen Beruf mit viel Passion. Ich bin Scientologe und meine erste Unterdrückung, die ich erlebt habe als Scientologe, entstand daran, dass ein Partner von mir, ein Geschäftspartner einen Bericht erstattet hat in der Zeitung, was dazu geführt hat, dass meine Bankkonten gekündigt worden sind, dass Lieferanten uns gemieden haben und dass auch Kunden uns ausgewichen sind, weil ich Scientologe bin. Dass ich tatsächlich einen finanziellen Zusammenbruch erlebt habe und nochmal komplett neu durchstarten musste. Ich hatte wirklich finanziell große Probleme. Für mich war das eine unglaubliche, schwere Zeit. Ich hab mich sehr unterdrückt gefühlt. Ich fühlte mich sehr klein. Und ich war meiner Freiheit beraubt worden, dadurch, dass das passiert ist. Das war ein Gefühl von nicht mehr Freiheit im Leben da sein zu können und zu dürfen.

Ich bin seit über 40 Jahren Friseur, fast 50. Und ich bilde sehr intensiv aus. Ich habe jedes Jahr vier bis fünf Auszubildende. Und eines Tages habe ich über einen Verbund zwei Auszubildende bekommen. Und denen habe ich, weil ein Mädchen da gelogen hat, ein Heft gegeben über den Weg zum Glücklichsein. Das wurde entdeckt in der Schule. Daraufhin kam dieser Verbund zu mir direkt ins Geschäft und hat einen Aufhebungsvertrag von mir verlangt. Und deshalb haben sie mir die Auszubildenden aus dem Betrieb genommen.

Es gibt noch eine Situation, dass eine Kundin zum Beispiel meiner Mitarbeiterin gesagt hat, dass sie nicht mehr in den Laden kommt, weil sie erfahren hat, dass ihr Chef Scientologe ist. Meine Mitarbeiterin ist dabei sehr zusammengebrochen und hat unglaublich geweint, weil sie einen riesen Verlust erlebt hatte. Und ich bin auch auf diese Person zugegangen, um mit ihr darüber zu sprechen. Und sie gesagt hat: „Scientology, da werde ich kein Geld reinbringen.“ Und ich habe ihr erklärt, dass es mein Glaube ist und dass es überhaupt nichts mit dem Laden zu tun hat, dass der Laden für sich eigenständig ist. Und diese Dame hat völlig dagegen gesprochen und ist auch niemals wieder gekommen. Man muss sich einfach mal vorstellen, wenn diese Person in einen anderen Laden gegangen wäre und hätte einfach gesagt: „Du bist Katholik. Mit dir möchte ich nichts zu tun haben!“ Das ist ja dann Beraubung der Freiheit dessen, was man glaubt. Und das ist eine massive Diskriminierung, die sehr, sehr persönlich einfach ist und das fühlt sich dann einfach nicht wirklich gut an.

VIELEN DANK.

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