Sie drohten, meinen Vater umzubringen
Ivette war erst fünf oder sechs Jahre alt, als sie zu Hause ans Telefon ging und ein Anrufer drohte, ihren Vater umzubringen. Sie erinnert sich auch daran, dass ihre Schwester mit Steinen beworfen wurde und Kamerateams in der Nähe ihrer Schule warteten. Diese beängstigenden Erlebnisse prägten ihre Kindheit.
- NAME
- IVETTE
- TÄTIGKEIT
- ZEUGIN ALS KIND
„ALLES MÖGLICHE – FÜR WAS? ÜBERHAUPT GAR NICHTS.“
DIE VOLLSTÄNDIGE
MITSCHRIFT LESEN
Mein Name ist Ivette. Mein Vater war ein Deutscher, meine Mutter ist Österreicherin. Ich bin als Kind in Deutschland aufgewachsen. Wir waren eine ganz normale deutsche Familie.
Das Leben war – jeden Tag war irgendetwas mit Diskriminierung oder Leuten, die uns belästigen wollten, nur weil wir Scientologen waren.
Ich weiß, dass meine Schwester – die ist Pferdereiten gegangen mit ihrer Freundin. Da waren Kinder im Dorf, die sie mit Steinen beschmissen haben, weil sie Scientologen waren. Eines Tages ging ich zur Schule, ich glaube, ich war sechs oder sieben, und wir hatten Journalisten und Kameramänner in den Büschen an der Auffahrt zu unserer Schule. Sie standen da, um rauszuspringen, um uns Kinder zu filmen, damit die irgendetwas auf dem Fernsehen sagen können über unsere Schule und weil wir Scientologen sind. Da gab’s ja gar keine Geschichten zu erzählen. Wir sind ja einfach nur normale Kinder gewesen, die zur Schule gegangen sind. So, solche Sachen waren die ganze Zeit passiert.
Ich erinnere mich, als ich fünf oder sechs Jahre alt war, damals haben wir Anrufe bekommen zu Hause. Leute haben angerufen und mir gedroht, meinen Vater umzubringen. Also stell dir das mal vor, dass du ein sechsjähriges Kind hast, das das Telefon abnimmt, und jemand sagt dir, sagt diesem Kind, dass sie kommen und deinen Vater umbringen wollen. Und das war alles nur, weil er ein Scientologe war. Und das war einfach Diskriminierung gegen uns und gegen unsere Religion.
Alles Mögliche – für was? Überhaupt gar nichts. Ganz und gar nichts.
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